Zwei Mitarbeiterinnen haben sich mit einer klassischen dualen Berufsausbildung zu Anlagen- und Maschinenführerinnen qualifiziert, nachdem sie zuvor als „Ungelernte“ in der Akkumulatoren-Fertigung in Remagen durch gute Leistungen positiv aufgefallen waren.
„Wir sind der festen Überzeugung, dass Teams, die hinsichtlich Alter, Geschlecht und kulturellen Hintergründen vielfältig sind, nicht nur bereichernd, sondern auch erfolgreicher sind.“ So steht es – hier leicht verkürzt wiedergegeben – im Geschäftsbericht der Freudenberg-Gruppe. Anders ausgedrückt: Das Grundprinzip der Diversität, der Vielfalt, ist tief in den Werten der Unternehmensgruppe verankert.
„Als metalltechnisches Unternehmen sind wir in Remagen bisher stark männlich geprägt“, sagt Marcus Darms, Global Operations Manager, Lead Center Accumulators. Dies gilt vor allem für Führungsfunktionen in der Fertigung – nicht nur an diesem Standort. „Unser Ziel ist es daher, mehr Frauen für herausfordernde Aufgaben in der Produktion zu qualifizieren, damit sie anschließend hochwertige Fach- und Führungstätigkeiten übernehmen können“, führt er aus.

Genau dieses Vorhaben ist jetzt in Remagen mustergültig gelungen, sogar gleich doppelt. Vor einigen Jahren sind Angelika Gwozdz und Natalia Majcher unabhängig voneinander in die Akkumulatoren-Fertigung bei Freudenberg Sealing Technologies (FST) an dem Standort im Rheinland eingestiegen. Beide verfügten zum damaligen Zeitpunkt über keine metalltechnischen Vorkenntnisse.
Dennoch stellte sich schnell heraus: „Die beiden machen einen sehr guten Job, haben richtig ‘was drauf“, formuliert es Darms plakativ. Äußerst zuverlässig, top-motiviert, wissbegierig mit schneller Auffassungsgabe, universell an verschiedenen Anlagen und Maschinen einsetzbar. Es war klar: Angelika Gwozdz und Natalia Majcher können mehr leisten, als einfache Bestückungs-, Bedien- und Montagetätigkeiten, wie sie „Ungelernte“ üblicherweise übernehmen.
Abschluss mit Bravour
So entstand die Idee, beiden Mitarbeiterinnen – obwohl ihre Schulzeit schon ein paar Jahre zurücklag – eine duale Berufsausbildung zur Maschinen- und Anlagenführerin anzubieten. Über zwei Jahre hinweg sollten sie als klassische Auszubildende metalltechnisches Wissen in Lehrwerkstatt, Berufsschule und Betrieb von Grund auf in Theorie und Praxis erlernen. Gesagt, getan. Diese Idee hat sogar die Bundesagentur für Arbeit als förderungswürdig eingestuft und das Projekt von staatlicher Seite finanziell unterstützt.
Wie kaum anders zu erwarten, bestanden die beiden Mitarbeiterinnen in diesem Juni ihre Abschlussprüfungen bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Koblenz mit Bravour, mit 90 beziehungsweise 93 von 100 möglichen Punkten. „Das ist ein Leuchtturmprojekt mit Vorbildcharakter, das hoffentlich weitere Frauen ermuntert, es Angelika Gwozdz und Natalia Majcher gleichzutun“, ordnet Darms ein.
Der Lohn für den Facharbeiterbrief: Beide Absolventinnen haben unbefristete Arbeitsverträge erhalten. Aktuell beweisen sie ihr Können in einem hochkarätigen E-Mobility-Projekt für einen bedeutenden Automobilhersteller. Hier verrichten sie qualifizierte fachspezifische Aufgaben wie Einstellungsarbeiten oder Messmittelstudien beim Einfahren einer nagelneuen Fertigungslinie im Reinraum.