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Alte Technik, neues Vertrauen: Retro‑Service aus Remagen

  • 29. Januar 2026
  • 2 min Lesezeit

Das Lead Center Accumulators von Freudenberg Sealing Technologies in Remagen bietet einen besonderen Service zur Instandsetzung alter Pflugwendezylinder an, die heute kaum noch im Einsatz sind. Trotz der Weiterentwicklung der Technik werden diese Zylinder auf Anfrage von Landwirten und Werkstätten gewartet und repariert, wobei die Instandhaltung in den Betriebsablauf integriert wird, um das Tagesgeschäft nicht zu stören.  

„Ein Pflug ist ein landwirtschaftliches Gerät zur Lockerung und zum Wenden (Pflügen) des Ackerbodens“, heißt es bei Wikipedia. Um einen am Traktor befestigten Pflug durch Drehen und Wenden in die gewünschte Position zu bringen und dort zu arretieren, sind hydraulische Pflugwendezylinder üblich – früher gefertigt vom heutigen Lead Center Accumulators von Freudenberg Sealing Technologies (FST) in Remagen.

Die Technik hat sich wesentlich weiterentwickelt. Einfach wirkende Pflugwendezylinder klassischer Bauart finden sich heute eher in technischen Museen als auf Feldern. Doch hier und da kommen auch sie noch zum Einsatz. Vor einer Weile hatte sich ein Landwirt an den FST-Standort im Rheinland gewendet mit der Bitte, ein mehr als vier Jahrzehnte altes Exemplar wieder instand zu setzen. Dies ist damals gelungen, vor allem dank des Know-hows des langjährigen Prozesstechnikers Erich Körbel („Sealing World“ hat darüber berichtet: https://sw.fst.com/magazine/de/2022/06/das-teil-kenne-ich-noch-von-frueher/).

Dieses Können hat sich herumgesprochen. So kommt es, dass seither immer mal wieder Landwirte und Werkstätten FST um Unterstützung bitten. „Das machen wir gerne“, sagt Marcus Darms, Head of Global Operations im Lead Center Akkumulator. „Der Deal ist: Es kann etwas dauern. Wartung und Instandhaltung der Zylinder müssen in unseren Zeitplan passen und dürfen unser Tagesgeschäft nicht stören.“

Zur Klarstellung: Das Lead Center betreibt eigentlich nur klassische Business-to-Business (B2B)-Geschäfte mit anderen Unternehmen, also nicht mit Endverbrauchern. Darüber hinaus ist die betriebseigene Instandhaltung eigentlich für den Maschinen- und Anlagenpark des Standorts verantwortlich, nicht für die damit hergestellten Produkte. „Wir machen es dennoch und bieten diesen Service, weil er unseren Bekanntheitsgrad in der Branche erhöht. Gerade der Kontakt mit Werkstätten bietet Anknüpfungspunkte für zusätzliches Geschäft. Viele verbinden FST mit Dichtungen. Sie wissen gar nicht, dass wir in Remagen Druckspeicher herstellen oder hydraulische Komponenten wie Bandspannzylinder für die Federungssysteme von landwirtschaftlichen Fahrzeugen“, erklärt Darms. Auch das darf sich gerne herumsprechen.

Fachmann Erich Körbel ist inzwischen im Ruhestand. Doch er ist nach wie vor maßgeblich in die Überholung der „Retro-Zylinder“ involviert – in seiner Heimwerkstatt. Er reinigt die Bauteile, tauscht die Dichtungen gegen neue FST-Produkte aus und baut nach der Wartung beziehungsweise Reparatur die Zylinder wieder fachgerecht zusammen. Das anfängliche Zerlegen und der abschließende Funktionstest auf einem Prüfstand erfolgen im Werk. Kurzum: Dieses Mal kein „Innovating Together“, sondern ein „Maintaining & Repairing Together“ im Dienst von gutem Image und Kundenzufriedenheit.

Archivbild: Erich Körbel (rechts) und ein Kunde, der einen aufbereiteten Zylinder zurückerhält.

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