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Auf Erfolgskurs in der Elektromobilität

  • 17. Juni 2026
  • 3 min Lesezeit

Freudenberg Sealing Technologies gewinnt Webasto als neuen Kunden in der Batterietechnik und kommt in mehreren Projekten in Europa und Asien zum Zug.

Den Namen Webasto verbinden Autokenner seit Jahrzehnten mit Panorama-, Schiebe- oder Cabriodächern. Andere denken bei Webasto an Heiz- und Klimaanlagen für Autos, Wohnmobile oder Busse. Dagegen macht sich das Unternehmen erst seit 2016 einen Namen als globaler Anbieter von Batteriesystemen für Fahrzeuge. Dieses neue Geschäftsfeld schafft nun vielseitige Anknüpfungspunkte zu Lösungen, die Freudenberg Sealing Technologies (FST) in der Elektromobilität bietet.

„2018 haben wir einen ersten TechDay bei Webasto in München veranstaltet und unsere Batteriekomponenten vorgestellt. Seither haben wir mit unseren Innovationen und kundenspezifischen Lösungen für Batteriesysteme immer wieder bei Webasto an die Tür geklopft“, berichtet der zuständige Key Account Manager Christopher Wecht, Automotive Sales. Dieser kontinuierliche Kontakt, Austausch und Vertrauensaufbau begannen 2022 erste Früchte zu tragen. Inzwischen manifestiert sich dies in drei bedeutenden Aufträgen in Europa und Asien. Diese schlagen sich dieses Jahr erstmals in einem siebenstelligen Umsatz (in Euro) mit dem Neukunden nieder – Tendenz steigend.

In allen drei Projekten kam FST seine gute Reputation am Markt zugute. Als Türöffner fungierten zum einen die OEMs, also die Automobilhersteller, die die Webasto-Batterien in ihren vollelektrischen oder Hybrid-Fahrzeugen einsetzen wollen. Zum anderen sogenannte Engineering Service Provider, die mit den OEMs bei der Entwicklung der batterieelektrischen Antriebssysteme zusammenarbeiten und FST-Produkte in den frühen Phasen der Entwicklung nutzen. Allesamt legten sie Webasto eine Zusammenarbeit mit FST nahe – und stießen auf offene Ohren.

Bei den Projekten kommt FST mit unterschiedlichen Bauteilen zum Zug: erstens mit zwei Varianten des Druckausgleichsventils DIAvent; zweitens mit diversen Plug & Seal-Konnektoren, die die Kühlplatten der Batterien miteinander verbinden; drittens mit USIT-Ringen, die am Schraubenkopf das Eindringen von Feuchtigkeit ins Innere der Batterie verhindern.

WeinhFSTWecht_08_06_2026 Fritz Kopetzky 08.06.2026 WNL Weinheim Freudenberg FST Bau 120 Christopher Wecht und Team

Ein Bauteil, viele Funktionen

Ein technisches Highlight ist in einem der Neuaufträge ein multifunktionales Mehrkomponentenbauteil „made by FST in Emmerich“. Die Materialkombination aus hartem Kunststoff, weichem Flüssigsilikon (LSR) und metallischen Buchsen bildet quasi das Gesicht der Batterie. Kühl- sowie Elektroanschlüsse werden über dieses Bauteil ins Innere geführt. Es dichtet zudem den Batteriedeckel gegen das -Gehäuse ab. Gleichzeitig gewährleistet es die für die Montage und den Betrieb nötige Flexibilität, Fachleute sprechen von Lage- oder Toleranzkompensation.

„Durch eine solche Funktionsintegration in einem einzigen Bauteil lässt sich die Anzahl der Komponenten im System und damit der Montageaufwand für den Kunden verringern“, erklärt Wecht. Willkommener Zusatzeffekt ist eine Gewichtseinsparung. Dies alles sind Argumente, die auch in anderen, ähnlich konzipierten Elektrofahrzeugen desselben Automobilkonzerns zum Tragen kommen könnten.

Die Erfolgsfaktoren in allen drei Projekten gleichen sich. Sie beinhalten stets das vernetzte arbeitsteilige „Together“ aller beteiligten Bereiche, von Lead Centern, Corporate Legal, FST Contract Team und Key Account Management. So hebt Wecht die vorbildliche Abstimmung mit den Lead Centern von FST an den Standorten Reichelsheim, Berlin und Emmerich hervor, insbesondere deren Flexibilität – zunächst bei kundenspezifischen Anpassungen in der Entwicklung, dann bei der Industrialisierung, dem „Ramp up“ der Serienproduktion.

Als großer Pluspunkt erweist sich die globale Aufstellung von Automotive Sales, das heißt im konkreten Fall die lokale Präsenz und Kundennähe direkt an Ort und Stelle in Südkorea, Fachbegriff „Local to local“. Operative Fragen mit dem OEM sowie mit dem lokalen Webasto-Batteriewerk ließen sich so auf dem kurzen Dienstweg in der Muttersprache klären. Um die kommerziell-strategischen und rechtlichen Rahmenbedingungen kümmerten sich Webasto sowie das Key Account in Deutschland.

Gleichzeit gestaltet sich der Markt mit batterieelektrisch betriebenen Fahrzeugen nach wie vor volatil. Geopolitische sowie legislative Veränderungen führen dazu, dass sich künftige Stückzahlen teilweise schwer prognostizieren lassen. Sales Director Michael Schuhmann weist in diesem Zusammenhang auf die wichtige Rolle und Zusammenarbeit von FST mit der Rechtsabteilung (Corporate Legal) von Freudenberg & Co. hin. „Trotz allem Optimismus ist es insbesondere bei neuen Plattformen und Kunden unerlässlich, unseren Business Case zu verstehen, potenzielle Risiken abzuwägen und vertraglich zu berücksichtigen, um am Ende gemeinsam langfristigen Erfolg zu erreichen“, verdeutlicht er.

In enger Zusammenarbeit mit Corporate Legal konnte FST projekt-spezifische Rahmenverträge mit Webasto verhandeln und unterschreiben. Die Vereinbarungen bilden eine wesentliche Grundlage für die künftige Zusammenarbeit mit dem Kunden.

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