Gelebte Integration: An drei Tagen pro Woche verlegt Volker Dallinger seinen Arbeitsplatz von den Diakoniewerkstätten Rhein-Neckar in die Weinheimer Simmerringe-Produktion.
Damit bei der Fertigung von Simmerringen Gummi und Metall dauerhaft eine feste Verbindung eingehen, sind in der Metallteilevorbehandlung (MVB) diverse Vorarbeiten nötig. Bei manchen Teilen, zum Beispiel bei solchen mit Edelstahl, gehört dazu das Sandstrahlen. Dabei wird die Metalloberfläche aufgeraut, um die Haftung des Gummis am Metall zu verbessern.
Diese Arbeit hat die Simmerringe-Fertigung in Weinheim an einen neuen Kollegen vergeben: Volker Dallinger. Er arbeitet seit fast drei Jahrzehnten bei den Diakoniewerkstätten Rhein-Neckar. Sein Wunsch war, sein Glück auf dem „ersten Arbeitsmarkt“ zu versuchen und selbst eine Produktionsmaschine zu bedienen. Bei Thomas Schwöbel, dem Leiter der Business Unit (BU) Vorprodukte, stieß dieser Wunsch auf offene Ohren. „Ich dachte dabei sofort an unseren Sandstrahler“, erinnert sich Schwöbel.
In einem vierwöchigen Praktikum stellte Dallinger unter Beweis, dass er diese Aufgabe qualifiziert und zuverlässig erledigt. Somit stand einer längerfristigen Beschäftigung nichts im Weg. An drei Tagen pro Woche zählt Dallinger seither fest zum Team der MVB. „Er ist ein sehr wertvoller Mitarbeiter unseres Teams und zeigt eine tolle Arbeitsleistung. Wir sind sehr froh, dass wir ihn haben“, lobt BU-Leiter Schwöbel und fügt hinzu: „Volker ist ein freundlicher, sehr angenehmer Mensch. Er hat sich sehr gut in die MVB-Familie integriert und wird vom ganzen Team geschätzt.“

Das Bedienen des Sandstrahlers ist nicht trivial. Arbeitspläne geben die Parameter des Strahlprozesses vor. Dallinger füllt die entsprechenden Mengen an Metallteilen ein und nimmt an der Maschine die erforderlichen Einstellungen vor, stellt vor allem Strahldauer und -stärke ein. Ist der Arbeitsgang beendet, entnimmt und kontrolliert er die Teile und bereitet sie für den Weitertransport zum Phosphatieren vor.
Zusätzlich übernimmt er – wenn es die Auslastung des Sandstrahlers erlaubt – Verpackungsarbeiten. Mal sind Kartons auf ihre nächste Verwendung vorzubereiten, mal sind einzelne Simmerringe in Tüten zu verpacken, die dann verschweißt und etikettiert werden müssen. Immer wieder stellt Dallinger seine Flexibilität unter Beweis.
Dieses gute Beispiel hat Schule gemacht. „Ich habe in unserer LPMS-Runde den anderen BU-Leitern von unseren positiven Erfahrungen berichtet“, erzählt Schwöbel. Die Folge: Seit wenigen Monaten ist ein zweiter Mitarbeiter der Diakoniewerkstätten in einer weiteren BU der Weinheimer Simmerringe-Fertigung beschäftigt.
Die Diakoniewerkstätten Rhein-Neckar der Gemeindediakonie Mannheim bieten rund 600 Menschen mit Beeinträchtigungen in mehreren Werkstätten und Außenarbeitsgruppen einen Arbeitsplatz. Eine der Werkstätten ist im Industriepark Weinheim, also auf dem Freudenberg-Gelände, angesiedelt. Eine der Außenarbeitsgruppen geht in Kürze im neuen Zentrallager von Corteco in Weinheim an den Start.