Mit dem Spatenstich für das neue Mischwerk startet Freudenberg Sealing Technologies eines der wichtigsten Zukunftsprojekte am Standort Weinheim – und stellt Materialkompetenz, Effizienz und Automatisierung auf eine neue Basis.
Mit dem offiziellen Spatenstich am 19. August hat Freudenberg Sealing Technologies (FST) in Weinheim ein Bauprojekt von außergewöhnlicher Bedeutung und enormer Dimension gestartet: ein neues Rohmischwerk mit hochmodernem Lager, das Materialkompetenz, Effizienz und Zukunftsfähigkeit des Standorts deutlich stärken soll. Für Dr. Matthias Sckuhr, Chief Technology Officer der Freudenberg-Gruppe und bis Juni Chief Executive Officer von FST, war der Tag deshalb mehr als ein symbolischer Auftakt: „Heute ist ein besonderer Tag – und ein sichtbarer Meilenstein.“

Dem Spatenstich gingen fast fünf Jahre Arbeit voraus: Konzeptstudien, Abstimmungen, Planungsrunden und Genehmigungsverfahren. Ausgangspunkt war die Frage, wie sich ein über Jahrzehnte gewachsenes Produktionsumfeld fit für die kommenden Anforderungen machen lässt. Teile der bestehenden Gebäude sind mehr als 60 Jahre alt, Brandschutz und Logistik stießen zunehmend an Grenzen. Allein die innerbetriebliche Transportlogistik machte die Dimension sichtbar: Gabelstapler legen im heutigen Mischwerk in Weinheim jährlich rund 3.600 Kilometer zurück – ungefähr die Strecke von Weinheim bis Kreta.
Das neue Werk soll diese gewachsenen Strukturen grundlegend verbessern. Auf künftig rund 37.000 Quadratmetern entstehen Produktionsflächen für Mischlinien und ein Lager, das Rohstoffe, Compounds, Metallteile und Coils intelligent unter einem Dach zusammenführt. „Wir werden mit Blick auf Materialfluss, Technologien und Automatisierung einen Quantensprung machen und damit sehr viel effizienter werden“, sagt Dr. Boris Jakobi, Senior Vice President Division Components & Purchasing Direct Materials.
Besondere Anforderungen stellt das Lager. Rund 1.000 Rohstoffe, mehr als 10.000 Lagerstellplätze und temperierte Bereiche für fertige Compounds zeigen, wie anspruchsvoll die Materiallogistik ist. Denn viele Werkstoffe reagieren empfindlich auf Temperaturschwankungen. Künftig lässt sich die Raumtemperatur exakt regeln und überwachen – ein wichtiger Beitrag zur gleichbleibend hohen Qualität der Mischungen.
Für Dr. Sckuhr ist das Projekt deshalb auch ein klares Signal: „Wir bauen nicht für gestern, sondern für die Zukunft,“ sagt er. Weinheim produziert heute rund die Hälfte der weltweit im Konzern gefertigten Elastomer-Compounds und bleibt damit ein zentraler Baustein für den Erfolg von FST. Gleichzeitig wächst die Nachfrage, insbesondere im Silikonbereich. Das neue Mischwerk schafft dafür die notwendige technologische Basis – mit kürzeren Wegen, stärkerer Automatisierung und mehr Flexibilität.
Auch für die Mitarbeitenden ist das Projekt ein Kraftakt. Mehr als 40 Kolleginnen und Kollegen aus Divisionen und Supportfunktionen haben gemeinsam mit Freudenberg Real Estate und Freudenberg Service an der Planung mitgewirkt. Dr. Jakobi hebt besonders das Engagement des Teams hervor: „Dass die Mitarbeitenden ein solches Projekt stemmen und so intensiv und fokussiert arbeiten, hat allerhöchstes Lob verdient.“
Der Spatenstich markiert damit nicht das Ende der Anstrengungen, sondern den Beginn der nächsten Etappe. Die eigentliche Umsetzung, der Bau und später der Umzug im laufenden Betrieb werden anspruchsvoll. Doch am 19. August stand zunächst ein Moment des Innehaltens im Mittelpunkt – und der Stolz auf das bereits Erreichte. Oder, wie Dr. Sckuhr es formulierte: „Heute legen wir das Fundament. Die eigentliche Arbeit liegt noch vor uns.“
