Der Standort Berlin ersetzt im DIAvent®-Versand Plastik durch eine umweltfreundliche Verpackungsalternative und senkt dadurch seine Kosten.
„Es sieht aus wie Kunststoff, es fühlt sich an wie Kunststoff, aber es ist frei von Plastik und besteht aus natürlichen erneuerbaren Rohstoffen“, erklärt Richard Böhle. Der Sustainability-Koordinator am Standort Berlin hält einen Verpackungsträger in der Hand, in dem das Druckausgleichsventil DIAvent® sicher und unversehrt zum Kunden gelangt. Mehrere Fertigteile passen in einer Lage nebeneinander, ohne sich gegenseitig zu berühren. Pro Versandkarton werden mehrere der Träger – oft auch Blister oder Tray genannt – übereinandergestapelt. Die genauen Mengen pro Verpackungseinheit variieren je nach Kundenwunsch beziehungsweise Größe des Kartons.
Die bisher verwendeten Plastikblister können nach der Entnahme der Fertigteile beim Kunden nicht wiederverwendet werden, müssen als Abfall entsorgt oder können bestenfalls recycelt werden. Dies wird sich in Kürze verbessern, wenn der Standort Berlin sein neues Verpackungskonzept für DIAvent® einführt. Denn: Die neuen Träger sind kompostier-, also biologisch abbaubar. Das heißt: Es entsteht kein umweltbelastender Plastikmüll mehr.
,Das wird bestimmt teuer‘, mögen manche jetzt sofort einwenden. Doch weit gefehlt. Von der neuen nachhaltigen Verpackungslösung profitiert nicht nur die Umwelt, sondern auch die Finanzbilanz. „Wir haben eine Preisersparnis von zwölf bis 41,5 Prozent“, berichtet Böhle. Er hat sich 2023 im Rahmen des Growtth-Programms zum Black Belt in Sustainability weitergebildet. In diesem Zusammenhang hat er die neue Lösung in einem „Value Analysis/Value Engineering (VA/VE)“-Projekt erarbeitet, zusammen mit einem kompetent besetzten Team aus Mitarbeitenden der Standorte Berlin, Reichelsheim und Weinheim.

In diesem Projekt hat sich durch systematisches Vorgehen und Analysieren aus anfangs mehr als 20 plastikfreien Verpackungsalternativen Fasergusspapier als beste Variante herauskristallisiert. Einer der dafür ins Auge gefassten Lieferanten, Pulp-Tec im sächsischen Bischofswerda, konnte schließlich mit der Variante „Paper Compound“ ein Material anbieten, das nicht nur stabil und gut zu händeln ist. Es erfüllt darüber hinaus die hohen Reinheitsanforderungen beim Versand von DIAvent®.
„Oft treibt die Verpackung den CO2-Footprint eines Produkts nach oben. Es ist daher ratsam, die Verpackungen verstärkt in den Blick zu nehmen“, formuliert Böhle eine der Lehren aus dem Projekt. Ein Aha-Effekt war für ihn, dass sich nachhaltiges Handeln – beziehungsweise Verpacken – wirtschaftlich rechnen kann. „Vor dem Projekt lautete die Prämisse, die Verpackungskosten nicht zu steigern. Letztlich haben wir sie sogar deutlich gesenkt.“ Nicht zu vergessen: Der Ansatz ist übertragbar auf andere Standorte und Produkte.


DIAvent®-Verpackungsblister trägt OK compost Industrial Zertifizierung
Dieses Zertifikat bestätigt, dass ein Produkt in industriellen Kompostieranlagen unter kontrollierten Bedingungen vollständig biologisch abbaubar ist. Hierbei werden organische Materialien unter kontrollierten Bedingungen in großen Kompostieranlagen zersetzt. Die Temperaturen liegen in der Regel zwischen 55 und 70°C, und es wird eine konstante Belüftung sichergestellt.