Vom ersten Kundengespräch zum Prototypenauftrag in nur acht Arbeitstagen: Die Zusammenarbeit mit einem deutschen Start-up zeigt, was zeitlich möglich ist, wenn Kundenfokus und Teamwork zusammenkommen.
Wenn heute von „China Speed“ die Rede ist, geht es um die Fähigkeit, Ideen in Rekordzeit in konkrete Projekte zu verwandeln. Genau das hat ein bereichsübergreifendes Team von Freudenberg Sealing Technologies (FST) nun eindrucksvoll bewiesen.
Ausgangspunkt war eine kurzfristige Anfrage eines Technologie-Start-ups aus München. Der Inkubator Busbar ist bereits seit einiger Zeit mit dem Unternehmen im Austausch, um Dichtungslösungen für dessen In-Wheel-Motoren zu liefern. Als FST-Vertreter mit dem Start-up zuletzt über dieses Projekt sprachen, ergab sich eine weitere Geschäftschance: Für eine bevorstehende Kundennominierung wurde kurzfristig eine Busbar-Dichtung inklusive Muster für einen Generator zur Reichweitenverlängerung von Elektrofahrzeugen benötigt.
Tage statt Wochen
Was dann folgte, war eine außergewöhnliche Gemeinschaftsleistung. Normalerweise dauert es einige Wochen oder Monate von der ersten technischen Abstimmung bis zur Prototypenbestellung durch den Kunden. Dieses Mal war allen Beteiligten klar: Für die üblichen Entwicklungs- und Abstimmungszyklen blieb keine Zeit. Also drückten die Teammitglieder des Inkubators und des Vertriebs aufs Tempo. Das Ergebnis: Innerhalb von nur acht Arbeitstagen entstanden ein technisches Design, ein Fertigungskonzept und ein belastbares Angebot. Und auch der Kunde gab Gas und bestellt seine Prototypen umgehend.
„Die erfolgreiche Zusammenarbeit in früheren Projekten gab dem Kunden die Sicherheit, dass FST auch bei dieser äußerst anspruchsvollen Projekttimeline eine technisch belastbare Lösung für die Schnittstelle entwickeln kann“, so Rouven Ratfisch, Lead Engineer des Busbar-Inkubationsteams.
Wirtschaftlich ist das Projekt vielversprechend. Nach aktueller Einschätzung könnte sich bei einer erfolgreichen Nominierung ein Serienvolumen von rund 150.000 Fahrzeugen pro Jahr ergeben. Bei sechs Dichtungsteilen pro Generator entspricht dies etwa 900.000 Bauteilen jährlich. Darüber hinaus sehen die Projektverantwortlichen zusätzliches Potenzial, falls das Unternehmen die Technologie künftig auch bei weiteren Fahrzeugherstellern einsetzt. „Zudem verbessert das aktuelle Busbars-Projekt auch unser Standing als verlässlicher Partner, wenn es wieder um das ursprüngliche Projekt mit den In-Wheel-Motoren geht“, ist Key Account Manager Pascal Denkhaus überzeugt.
Ob aus einem oder beiden Projekten letztlich Serienaufträge werden, entscheidet sich in den kommenden Monaten. Schon heute steht jedoch fest: Das Team hat gezeigt, dass hohe Geschwindigkeit, technische Exzellenz und kundenorientierte Zusammenarbeit kein Widerspruch sind.

Bereichsübergreifende Zusammenarbeit und schnelle Entscheidungen ermöglichen neue Geschäftschancen. Von links nach rechts: Christian Jaschke, Pascal Denkhaus (stehend), Rouven Ratfisch, Elena Awwad.