Der Standort Manchester in New Hampshire senkt den Energieverbrauch beim Nachheizen von Dichtungen, ohne dafür Geld für neue Anlagen in die Hand nehmen zu müssen.
Als bei der Nachhaltigkeitsinitiative von Freudenberg Sealing Technologies die Nachheizöfen in den Fokus rückten, stand auch dem Standort Manchester eine Summe zum Kauf moderner Anlagen zur Verfügung. „Wir haben einfach gesagt: Das Geld brauchen wir nicht“, berichtet Alena Lidster, die damalige Sustainability Managerin des Standorts. Der Grund: Dem Standort ist es auch ohne neue Öfen gelungen, seinen Energieverbrauch und damit den CO2-Ausstoß beim Nachheizen zu senken: „CO2 reduction without investments“, lautet dementsprechend der Titel dieses Nachhaltigkeitsprojekts.
„Es lohnt sich, Dinge zu hinterfragen, dann lassen sich fast immer Verbesserungsmöglichkeiten identifizieren“, beschreibt Lidster ihre Philosophie und Herangehensweise. Nachheizöfen standen zuvor nicht im Fokus der vielfältigen Nachhaltigkeitsbestrebungen des Standorts. Die Grundlage für den doppelten Einsparerfolg – bei Emissionen und bei Investitionen – legte nun eine akribische Analyse des Ist-Zustands: von Heizkapazitäten einerseits und realen Bedarfen anderseits.
Die genaue Auswertung der Betriebsdaten aller über den Standort verteilten Nachheizöfen ergab, dass diese nicht durchgängig ausgelastet waren. „Wir haben Ineffizienzen und Überkapazitäten festgestellt“, bringt Lidster die wesentlichen Erkenntnisse des Projekts auf den Punkt.
Es war demnach nachhaltiger, den aktuellen Nachheizprozess effizienter zu organisieren, eventuell sogar Öfen stillzulegen, anstatt eine sechsstellige Summe in neue Öfen zu investieren. Nachhaltigkeit trifft Wirtschaftlichkeit. Ganz zu schweigen vom Energieaufwand und dem CO2-Fußabdruck, der beim Bau neuer Öfen entstanden wäre.
Bei genauem Hinsehen stellte sich zum Beispiel heraus, dass ein sogenannter Rotationsofen über lange Phasen hinweg in Betrieb war, ohne durchgängig genutzt zu werden. Inzwischen ist er außer Betrieb gesetzt. Die betroffenen Produkte werden jetzt in effizienteren Öfen nachgeheizt.
Ein anderer Ofen fuhr seine Temperatur nach einem beendeten Heizzyklus nicht automatisch auf Normalmaß zurück, sondern hielt das hohe Temperaturniveau – was zu unnötigen Energiekosten und CO2-Emissionen führte. „Unser Automation Engineer hat ein Programm entwickelt, mit dem wir diesen Energiefresser zügeln und das gegebenenfalls auch von anderen Standorten genutzt werden kann“, berichtet Lidster. Mittelfristig soll auch dieses in die Jahre gekommene Modell außer Betrieb gehen.
