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Sealing World Sealing World
Das Magazin für Mitarbeitende von Freudenberg Sealing Technologies
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Mitbestimmung bei FST

  • 26. Januar 2026
  • 3 min Lesezeit

Am 17. März steht in Weinheim die Betriebsratswahl an, bereits jetzt läuft die Bewerbungsfrist für Kandidatinnen und Kandidaten. In einem Interview geben Volker Alexander, Giovanni Carta und Peter Grüber als langjährige Betriebsräte Einblicke in die Arbeit des Betriebsrats

Der Betriebsrat vertritt die Interessen der Belegschaft und gestaltet wichtige Rahmenbedingungen des Arbeitsalltags. Doch was bedeutet das konkret? Und warum sollten sich Mitarbeitende aktiv beteiligen – als Wählerinnen und Wähler oder sogar als Kandidatinnen und Kandidaten? Drei erfahrene Betriebsräte geben Antworten.

Volker Alexander
Giovanni Carta
Peter Grüber

Zum Einstieg eine generelle Frage: Welche Aufgaben hat der Betriebsrat?
Volker Alexander:
Die Aufgaben des Betriebsrats sind gesetzlich verankert und breit gefächert. Wir überwachen die Einhaltung von Gesetzen, Tarifverträgen und Betriebsvereinbarungen. Wir haben das Recht, gewisse Themen gemeinsam mit dem Arbeitgeber zu bestimmen. Das reicht von der Mitbestimmung bei Arbeitszeitmodellen über personelle Maßnahmen bis hin zu Fragen der Weiterbildung. Kurz: Der Betriebsrat ist Ansprechpartner für alle Beschäftigten und sorgt dafür, dass deren Interessen gegenüber dem Arbeitgeber gehört werden.

Peter Grüber: Volker spricht gerade einen wichtigen Punkt an: Manche Mitarbeitenden denken, wir kümmern uns hauptsächlich um die Belange der Kolleginnen und Kollegen, die in der Produktion oder in produktionsnahen Bereichen tätig sind. Das stimmt so nicht. Uns geht es um alle Mitarbeitenden. Wir begleiten Prozesse, die genauso sehr den Arbeitsalltag in der Verwaltung betreffen – von Smartwork-Regelungen über Arbeitszeitgestaltung und Urlaub bis hin zu Entgeltthemen und Versetzungen.

Der Betriebsrat betont immer wieder, wie wichtig die Betriebsratswahl ist. Warum?
Giovanni Carta:
Das kann ich kurz und knapp beantworten: Weil Mitbestimmung nur funktioniert, wenn möglichst viele hinter dem Betriebsrat – kurz BR – stehen. Jede Stimme zählt, um ein starkes Gremium zu bilden, das die Vielfalt der Belegschaft widerspiegelt. Ein BR-Gremium ist immer nur so stark, wie die Belegschaft es durch entsprechende Unterstützung macht: in Form von Wahlbeteiligung und Eigeninitiative durch eine eventuelle Kandidatur.

Eine hohe Wahlbeteiligung ist folglich nichts anderes als der Beweis dafür, dass der BR auch wirklich und vollumfänglich demokratisch legitimiert ist, die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu vertreten.

Einfach gesagt: Er ist eben die Stimme der Belegschaft!

Aktuell läuft die Bewerbungsfrist für Kolleginnen und Kollegen, die kandidieren möchten. Warum sollte sich jemand für den Betriebsrat aufstellen lassen – auch aus der Verwaltung?
Peter Grüber:
Wir befinden uns in einer Phase großer Veränderungen. Und mit ‚wir‘ meine ich nicht nur unser Unternehmen, sondern auch die Branche, die Wirtschaft, die Gesellschaft insgesamt. Dadurch ergeben sich neue Herausforderungen und Ansprüche – auch an die Arbeit eines Betriebsrats. Denken wir an Digitalisierung und Automatisierung, denken wir an den demografischen Wandel, an veränderte Ansprüche einer jungen Generation an ihren Arbeitsplatz, an flexible Arbeitszeitmodelle und, und, und. Viele dieser Themen betreffen nicht nur den gewerblichen Bereich, sondern auch und gerade den administrativen. Wenn nur wenige Menschen aus letzterem kandidieren, fehlen wichtige Perspektiven.

Was bedeutet es, selbst aktiv zu werden? 
Volker Alexander:
Wer kandidiert, übernimmt Verantwortung für die Kolleginnen und Kollegen. Es ist eine spannende Aufgabe, bei der man viel über das Unternehmen lernt und wirklich etwas bewegen kann. Ich persönlich bin jetzt seit 24 Jahren Betriebsrat und ich habe es nie bereut. Es ist anstrengend, aber es macht auch viel Spaß. Und es lohnt sich: Wir gestalten durch den Betriebsrat die Zukunft des Unternehmens mit und sorgt dafür, dass die Interessen der Belegschaft gegenüber der Geschäftsleitung erfolgreich vertreten werden.

Welche Herausforderungen kommen auf einen künftigen Betriebsrat zu?
Giovanni Carta
: Eine sich teilweise unbemerkt und ständig wandelnde Arbeitswelt wird allen Betroffenen leider immer mehr abverlangen. Dieser Umstand muss trotz aller unternehmerischer Erwartung auch im Einklang mit den Bedürfnissen der Beschäftigten stehen. Trotz zunehmender Möglichkeiten durch KI, Digitalisierung, Robotik und Automatisierung muss am Ende noch Platz für den menschlichen Aspekt bleiben. Dafür braucht es einen starken Betriebsrat, der hier keine verhindernde Position einnimmt, sondern konstruktiv und innovativ auch im Sinne der Kolleginnen und Kollegen mitgestaltet bzw. mitbestimmt. Wir müssen uns womöglich alle und alles neu erfinden! Dies darf aber auf keinen Fall einseitig stattfinden. Auch deshalb ist die anstehende BR-Wahl eine absolute Mitmachaktion und es gilt: Wählen und/oder wählen lassen, Kolleginnen und Kollegen!

Ablauf Betriebsratswahl

Alle vier Jahre wird der Betriebsrat der Freudenberg FST GmbH neu gewählt. Am 17. März 2026 ist es wieder so weit: von 5 bis 16 Uhr im Untergeschoss von Bau 75 (Kantine) in Weinheim. Noch bis zum 30. Januar 2026 (24:00 Uhr) können Wahlvorschläge eingereicht werden.

  • Der Wahlvorstand hat am 16. Januar 2026 das Wahlausschreiben veröffentlicht
  • Einreichung von Wahlvorschlägen bis zum 30. Januar 2026 (24:00 Uhr)
  • Bekanntgabe der Kandidatinnen und Kandidaten ab dem 2. Februar 2026.
  • Briefwahl ist mit Erhalt der Wahlkarte möglich
  • 17. März 2026: Durchführung der Wahl sowie Auszählung

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