{"id":9367,"date":"2024-03-15T10:40:00","date_gmt":"2024-03-15T09:40:00","guid":{"rendered":"https:\/\/sw.fst.com\/magazine\/?p=9367"},"modified":"2025-03-25T12:10:10","modified_gmt":"2025-03-25T11:10:10","slug":"dem-gruender-auf-der-spur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sw.fst.com\/magazine\/de\/2024\/03\/dem-gruender-auf-der-spur\/","title":{"rendered":"Dem Gr\u00fcnder auf der Spur"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"is-style-cnvs-paragraph-callout wp-block-paragraph\">Carl Johann Freudenberg&nbsp;\u2013 mit ihm beginnt die Erfolgs\u00adgeschichte des Technologie\u00adkonzerns Freudenberg. Am 9.&nbsp;Februar 1849 gr\u00fcndet er mit einem Partner eine kleine Lederfabrik in Weinheim. Es folgt ein einzigartiger Aufstieg zu einem globalen Unternehmen, der bestens dokumentiert ist, unter anderem in einem modernen Archiv. Doch was verraten uns die historischen Dokumente \u00fcber die Pers\u00f6nlichkeit des Gr\u00fcnders, \u00fcber den Menschen Carl Johann? Wie pr\u00e4gen sein Denken und Handeln noch heute die Unternehmens\u00adwerte von Freudenberg?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unternehmensarchivarin \u00adJulia Schneider sagt: \u201eStellen Sie sich einen Start-up-Gr\u00fcnder vor, der gerade zum dritten Mal Vater geworden ist und sich mitten in einem B\u00fcrgerkrieg viel Geld bei seinem Schwiegervater leiht, um einen kleinen insolventen Industriebetrieb zu kaufen!\u201c Diese zugegeben vereinfachte Ann\u00e4herung an die Person Carl Johann zeigt: Selbstbewusstsein hat ihm vermutlich nicht gefehlt. Er hatte das Gl\u00fcck, die richtigen Zutaten miteinander verbinden zu k\u00f6nnen, um vom Lehrling schrittweise zum Mit- und sp\u00e4ter zum Alleineigent\u00fcmer seines Unternehmens zu werden. Was waren die \u00adZutaten? Was hat den 30-j\u00e4hrigen Familienvater in einer Phase voller Ungewissheiten an den Erfolg glauben lassen? \u201eDazu geh\u00f6ren die passenden Charaktereigenschaften, aber auch die richtigen Begleiter, beruflich und \u00adprivat\u201c, sagt Schneider.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1160\" height=\"731\" src=\"https:\/\/sw.fst.com\/magazine\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/15_02_Familie-Carl-Johann-Freudenberg_1857-1160x731.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9378\" srcset=\"https:\/\/sw.fst.com\/magazine\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/15_02_Familie-Carl-Johann-Freudenberg_1857-1160x731.jpg 1160w, https:\/\/sw.fst.com\/magazine\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/15_02_Familie-Carl-Johann-Freudenberg_1857-800x504.jpg 800w, https:\/\/sw.fst.com\/magazine\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/15_02_Familie-Carl-Johann-Freudenberg_1857-1536x968.jpg 1536w, https:\/\/sw.fst.com\/magazine\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/15_02_Familie-Carl-Johann-Freudenberg_1857-120x76.jpg 120w, https:\/\/sw.fst.com\/magazine\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/15_02_Familie-Carl-Johann-Freudenberg_1857-90x57.jpg 90w, https:\/\/sw.fst.com\/magazine\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/15_02_Familie-Carl-Johann-Freudenberg_1857-320x202.jpg 320w, https:\/\/sw.fst.com\/magazine\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/15_02_Familie-Carl-Johann-Freudenberg_1857-560x353.jpg 560w, https:\/\/sw.fst.com\/magazine\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/15_02_Familie-Carl-Johann-Freudenberg_1857.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 1160px) 100vw, 1160px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Das handkolorierte Foto aus dem Jahr 1857 zeigt den \u00adFirmengr\u00fcnder mit Ehefrau und sechs ihrer Kinder.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 id=\"das-kind\" class=\"wp-block-heading\">Das Kind<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Carl Johann ist erst neun Jahre alt, als er seinen Vater Georg Wilhelm verliert. Dieser betreibt zun\u00e4chst das Gasthaus \u201eZum L\u00f6wen\u201c in \u00adHachenburg, gelegen zwischen K\u00f6ln und Frankfurt. Doch in der fr\u00fchindustriellen Armuts\u00adkrise l\u00e4uft es schlecht. Anfang 1829 muss das Gasthaus geschlossen werden und der Wirt einen radikalen Berufswechsel vollziehen. Ihm wird die Zollerhebungsstelle in Weilburg an der Lahn \u00fcbertragen, wo er wenig sp\u00e4ter am 9. M\u00e4rz 1829 stirbt. Als einziger bei ihm: sein Sohn Carl Johann, den er aus \u00adHachenburg mitgenommen hat. Die Familie trauert und k\u00e4mpft um die finanzielle Existenz. Carl \u00adJohanns Mutter zieht mit ihm und f\u00fcnf Geschwistern nach Neuwied, wo Verwandte das \u00dcberleben sichern. Mit 14 Jahren muss Carl Johann auf eigenen Beinen stehen und beginnt eine Lehre in der Lederhandlung seines Onkels im 200 Kilometer entfernten Mannheim&nbsp;\u2013 f\u00fcr die damalige Zeit eine gro\u00dfe Reisedistanz. \u201eDie Not der Familie hat sicher etwas in Carl Johann ausgel\u00f6st&nbsp;\u2013 bestimmt auch den Drang, mehr aus sich zu machen\u201c, sagt \u00adSchneider. \u201eDas leiten wir aus der folgenden Zeit ab, in der er mit Ehrgeiz, Flei\u00df und Sparsamkeit zu einer Art Selfmade-Man aufsteigt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"der-aufsteiger\" class=\"wp-block-heading\">Der Aufsteiger<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Carl Johann ist allein auf sich gestellt. Doch er findet schnell zu sich und seinen St\u00e4rken. Er lebt als Lehrling seines Onkels Johan Baptist Sammet und dessen Teilhabers Heinrich Christian Heintze in Mannheim&nbsp;\u2013 verglichen mit seinem Heimatort eine pulsierende Gro\u00dfstadt. \u201eIn dieser Zeit merkt er, welche positiven Auswirkungen sein eigenes Handeln und seine F\u00e4higkeiten auf sein Leben haben. Er gewinnt dadurch Selbstvertrauen, das ihm hilft, sein Ziel weiter zu verfolgen, etwas aus sich zu machen\u201c, sagt die Archivarin. Sein Flei\u00df und Ehrgeiz treiben ihn dabei an. Der junge Mann bedient nicht nur die Kunden hinter der Theke des Handelshauses und liefert Waren aus, sondern er betreibt mit seinem Verdienst aus der Lederhandlung noch einen Zigarrenhandel. Er, der keine weiterf\u00fchrende Schule besuchte, lernt Franz\u00f6sisch und Englisch, geht ins Nationaltheater Mannheim, bewegt sich zunehmend sicher in angesehenen und internationalen Kreisen und beweist weiter sein K\u00f6nnen in der Firma des Onkels. 1844 erwirbt er 20 Prozent der Anteile als stiller Teilhaber.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"der-ehemann\" class=\"wp-block-heading\">Der Ehemann<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im selben Jahr heiratet Carl Johann Sophie Martenstein, die er ein Jahr zuvor im Fr\u00fchling bei einem Singkreis, einer sogenannten Liedertafel, kennengelernt hat. Martenstein stammt aus einem wohlhabenden \u00adWormser Elternhaus. Der Vater ist Gew\u00fcrzh\u00e4ndler, ein angesehener Gesch\u00e4ftsmann. Er gibt sein Einverst\u00e4ndnis, dem sicher nicht nur die Pr\u00fcfung von Herz und Charakter oder gar Aussehen vorausging. Es geht um wirtschaftliche Fakten, sowohl zur pers\u00f6nlichen Finanzlage als auch zum beruflichen Erfolg. In ihren Lebenserinnerungen schreibt Sophie: \u201eDie \u00dcberzeugung, einen braven t\u00fcchtigen Schwiegersohn zu bekommen, der sich ja 5.000 Gulden [umgerechnet rund 100.000 Euro] verdient hatte, bewogen meinen Vater, ihm seine einzige Tochter anzuvertrauen.\u201c In den folgenden Jahren kommen zun\u00e4chst zwei T\u00f6chter zur Welt: Elise und Luise, die allerdings fr\u00fch stirbt. Als der Sohn Friedrich Carl 1848 in Mannheim auf die Welt kommt, tobt bereits die Badische Revolution.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1160\" height=\"730\" src=\"https:\/\/sw.fst.com\/magazine\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/47_08_Gemaelde-Weinheim-Kirchner_1857-1160x730.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9383\" srcset=\"https:\/\/sw.fst.com\/magazine\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/47_08_Gemaelde-Weinheim-Kirchner_1857-1160x730.jpg 1160w, https:\/\/sw.fst.com\/magazine\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/47_08_Gemaelde-Weinheim-Kirchner_1857-800x503.jpg 800w, https:\/\/sw.fst.com\/magazine\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/47_08_Gemaelde-Weinheim-Kirchner_1857-1536x966.jpg 1536w, https:\/\/sw.fst.com\/magazine\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/47_08_Gemaelde-Weinheim-Kirchner_1857-120x76.jpg 120w, https:\/\/sw.fst.com\/magazine\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/47_08_Gemaelde-Weinheim-Kirchner_1857-90x57.jpg 90w, https:\/\/sw.fst.com\/magazine\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/47_08_Gemaelde-Weinheim-Kirchner_1857-320x201.jpg 320w, https:\/\/sw.fst.com\/magazine\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/47_08_Gemaelde-Weinheim-Kirchner_1857-560x352.jpg 560w, https:\/\/sw.fst.com\/magazine\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/47_08_Gemaelde-Weinheim-Kirchner_1857.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 1160px) 100vw, 1160px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Weinheim 1857 mit der Lackierfabrik von Freudenberg links, teilweise von B\u00e4umen verdeckt.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 id=\"der-zeitgenosse\" class=\"wp-block-heading\">Der Zeitgenosse<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was ist da los vor Carl Johanns Haust\u00fcr in Mannheim? Es geht um nichts weniger als Pressefreiheit, Geschworenengerichte und einen deutschen Nationalstaat mit einem frei gew\u00e4hlten Parlament. Bis dato ist das Land ein Flickenteppich aus eigenst\u00e4ndigen Territorien, darunter das Gro\u00dfherzogtum Baden mit der Stadt Mannheim. Die Revolution\u00e4re teilen sich in zwei Lager: das liberal-<br>konstitutionelle und das radikaldemokratische. In Mannheim herrscht Aufruhr, ein totaler Umbruch wird verlangt, Volksversammlungen mit Tausenden Teilnehmenden finden statt. Unz\u00e4hlige weitere folgen im ganzen Land. Es gibt Gefechte. \u201eGesch\u00e4ftsleute, die sich in der Regel stabile politische Verh\u00e4ltnisse w\u00fcnschen, blicken sorgenvoll auf die Ereignisse. Das gilt auch f\u00fcr unseren Gr\u00fcnder\u201c, sagt die Unternehmensarchivarin von Freudenberg.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"der-unternehmer\" class=\"wp-block-heading\">Der Unternehmer<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Land erlebt politische St\u00fcrme, in denen auch das Bankhaus zusammenbricht, \u00fcber das die Lederhandlung mit Hilfe von Wechseln finanziert wird. Die Firma ger\u00e4t in Zahlungsschwierigkeiten und muss 1848 aufgel\u00f6st werden. \u201eFreudenberg hat das Gl\u00fcck, die Krise als Chance f\u00fcr sich nutzen zu k\u00f6nnen, weil er nun eine starke Familie im R\u00fccken hat, die ihm auch finanzielle Anschubhilfe geben kann\u201c, so Schneider. Sein Schwiegervater, der viel von Carl Johann h\u00e4lt, stellt seiner Tochter Sophie das n\u00f6tige Kapital zur Verf\u00fcgung, \u00addamit sie ihren Mann bei seinem Vorhaben&nbsp;\u2013 er m\u00f6chte einen Teil der Firma \u00fcbernehmen&nbsp;\u2013 unterst\u00fctzen kann. F\u00fcr die damalige Zeit ein progressives Vorgehen, die Tochter so ins Gesch\u00e4ftliche zu integrieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der im Revolutionsjahr geborene Sohn des Firmengr\u00fcnders, Friedrich Carl, schreibt 90 Jahre sp\u00e4ter in seinen Erinnerungen: \u201eDa die Liquidation die Trennung der beiden Firmeninhaber notwendig machte, konnte Vater zwischen den beiden Teilhabern w\u00e4hlen. Seine Wahl fiel auf Herrn Heintze. So entstand die Firma Heintze &amp; Freudenberg in Weinheim, welche 1849 die kleine Kalbleder-Gerberei \u00fcbernahm.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum kauft er sich in die Lederfabrik mit Heintze und nicht in den Lederhandel mit dem Onkel ein? F\u00fcr einen Unternehmer ergeben sich aus der Lederfabrik viel gr\u00f6\u00dfere Gestaltungsm\u00f6glichkeiten und Wachstumschancen als mit einer \u201eeinfachen\u201c Lederhandlung. \u201eHier zeigt sich der unternehmerische Weitblick von Carl Johann\u201c, sagt Unternehmensarchivarin Schneider. Und noch etwas: \u201eDie \u00dcberzeugung, dass er es in diesen unruhigen Zeiten schaffen kann, fu\u00dft sicher darauf, dass er sich als Jugendlicher schon einmal aus einer finanziellen Krise befreit hat und dann mit seinen Tugenden erfolgreich wurde. Es wiederholt sich auf eine gewisse Weise etwas, das er bereits einmal meistern konnte. Und diesmal ist er fest entschlossen, seine Erfahrung und St\u00e4rken zu seinem Vorteil zu nutzen.\u201c So stellen sich inmitten der Revolution die Weichen f\u00fcr ein Weltunternehmen. Am 9. Februar 1849, einem Freitag, gr\u00fcnden die Partner mit dem Eintrag ins Handelsregister offiziell die Firma Heintze &amp; Freudenberg. Wenige Monate sp\u00e4ter ist auch die Revolution niedergeschlagen.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"der-firmenlenker\" class=\"wp-block-heading\">Der Firmenlenker<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Innerhalb der n\u00e4chsten drei Jahre vervierfacht sich der Umsatz, die Anzahl der Mitarbeitenden steigt von 50 auf 170. \u201eDaf\u00fcr sind drei Aspekte wichtig\u201c, sagt Schneider. Zun\u00e4chst sei da die Qualit\u00e4t. \u201eAllein in Deutschland existieren zu dieser Zeit rund 10.000 lederproduzierende Betriebe. Freudenberg wei\u00df, er und \u00adHeintze k\u00f6nnen sich nur \u00fcber Qualit\u00e4t abheben.\u201c Zum Zweiten ist ihm auch klar, dass er das Gesch\u00e4ft schnell internationalisieren muss, um Felle zu kaufen und Leder zu verkaufen. Nach dem Motto \u201eGo big or go down\u201c bauen die beiden Beziehungen in die USA und die Schweiz, nach Gro\u00dfbritannien, Frankreich und in die T\u00fcrkei (damals noch das Osmanische Reich) auf. Zu guter Letzt erkennt Freudenberg fr\u00fch die Bedeutung von Innovationen, indem er einen Trend aus Frankreich aufgreift und Lackleder produzieren l\u00e4sst. Damit muss er sich gegen seinen Partner \u00adHeintze durchsetzen. \u201eWer Lackleder macht, f\u00e4hrt in der Kutsche, wer normales Leder macht, geht zu Fu\u00df\u201c, sagt er selbst dazu und beweist erneut Weitsicht. Denn auf der Weltausstellung 1851 in London wird das Produkt aus Weinheim ausgezeichnet und sichert \u00fcber viele Jahre den fr\u00fchen Erfolg der Firma.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"der-mentor\" class=\"wp-block-heading\">Der Mentor<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nachdem das Unternehmen 1874 in seinen alleinigen Besitz gelangt und er die Familie Heintze&nbsp;\u2013 erneut durch finanzielle Hilfestellung durch die Familie seiner Frau&nbsp;\u2013 ausbezahlt hat, kann Carl Johann seine f\u00fcrsorgliche Seite als Unternehmer zeigen, der vermutlich sein ausschlie\u00dflich wirtschaftlich denkender Partner zuvor im Weg stand. Im selben Jahr gr\u00fcndet er einen Krankenversicherungsverein f\u00fcr seine Mitarbeitende, aus dem sich sp\u00e4ter die Betriebskrankenkasse Freudenberg entwickelte. Es folgt ein allgemeiner Unterst\u00fctzungsfonds f\u00fcr in Not geratene Mitarbeitende und deren Familien. \u201eMan erkennt die Verbindung zu seinen fr\u00fchen Kindheitserlebnissen\u201c, sagt Schneider.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zur Unterst\u00fctzung holt Freudenberg seine S\u00f6hne Friedrich Carl und Hermann Ernst ins Unternehmen und macht es damit zu einem Familienbetrieb. 1887 beteiligt er sie zu je einem Drittel als Teilhaber. Zu diesem Zeitpunkt z\u00e4hlt das Unternehmen bereits mehr als 500 Mitarbeitende. Aus Anlass des Generationswechsels und vor dem Hintergrund der inzwischen erreichten Gr\u00f6\u00dfe des Unternehmens schreibt Carl Johann im Jahr 1887 nun auch seine Gesch\u00e4ftsprinzipien mit eigener Hand nieder. Bescheidenheit, Ehrlichkeit, ein solides finanzielles Fundament und die F\u00e4higkeit, sich den jeweiligen Ver\u00e4nderungen anzupassen, sind f\u00fcr ihn die wichtigsten Grunds\u00e4tze f\u00fcr erfolgreiches unternehmerisches Handeln. Auch das Motiv des Vertrauens&nbsp;\u2013 nicht nur auf sich selbst, sondern auch in seine Familie, Partner, Mitarbeitende&nbsp;\u2013 spielt eine gro\u00dfe Rolle. \u201eLieber hundertmal vertrauen auf die Gefahr hin, dass man auch einmal reinf\u00e4llt, das ist besser, als einmal zu Unrecht misstrauen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zusammengefasst hei\u00dft das: Von Schicksalsschl\u00e4gen gepr\u00e4gt, hat sich Carl Johann Freudenberg durch Flei\u00df, Sparsamkeit, Strebsamkeit, Selbstvertrauen und Prinzipientreue stets \u201ebem\u00fcht, aus jeder Lage das Beste zu machen\u201c (Zitat aus den Gesch\u00e4ftsprinzipien), um es mit seinen eigenen Worten auszudr\u00fccken. Gepaart mit unternehmerischer Weitsicht, der damit verbundenen Offenheit f\u00fcr Wandel und Innovationen und der von ihm gelebten Vertrauenskultur entwickelt er sich zu einem erfolgreichen Unternehmer, dessen Erbe die Unternehmenskultur bis heute pr\u00e4gt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die damals von ihm formulierten Prinzipien bilden bis heute die Basis der global \u00adg\u00fcltigen Gesch\u00e4ftsgrunds\u00e4tze der Freudenberg-Gruppe.<\/p>\n<div class=\"pld-like-dislike-wrap pld-template-1\">\r\n    <div class=\"pld-like-wrap  pld-common-wrap\">\r\n    <a href=\"javascript:void(0)\" class=\"pld-like-trigger pld-like-dislike-trigger  \" title=\"\" data-post-id=\"9367\" data-trigger-type=\"like\" data-restriction=\"ip\" data-already-liked=\"0\">\r\n                        <i class=\"fas fa-thumbs-up\"><\/i>\r\n                <\/a>\r\n    <span class=\"pld-like-count-wrap pld-count-wrap\">    <\/span>\r\n<\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Carl Johann Freudenberg&nbsp;\u2013 mit ihm beginnt die Erfolgs\u00adgeschichte des Technologie\u00adkonzerns Freudenberg. 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