{"id":6416,"date":"2023-03-07T08:20:00","date_gmt":"2023-03-07T07:20:00","guid":{"rendered":"https:\/\/sw.fst.com\/magazine\/?p=6416"},"modified":"2025-02-12T22:37:17","modified_gmt":"2025-02-12T21:37:17","slug":"kuehlen-mit-gruenstrom","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sw.fst.com\/magazine\/de\/2023\/03\/kuehlen-mit-gruenstrom\/","title":{"rendered":"K\u00fchlen mit \u00adGr\u00fcnstrom"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Freudenberg-NOK India baut ein neues Werk im Norden Indiens. In den Planungen spielen Nachhaltigkeit und Energieeffizienz eine zentrale Rolle. Das Werk in Chennai liefert dabei Anschauungsunterricht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Freudenberg Sealing Technologies (FST) hat die Themen \u201eNachhaltigkeit\u201c und \u201eKontinuierliche Verbesserung\u201c organisatorisch in einer Corporate Lead Function Lean\/GROWTTH &amp; Sustainability zusammengefasst. Mit dem Hintergrundgedanken \u201ewaste is waste\u201c werden hier Ressourcen, Zeit und Energien eingespart und optimiert. Das Wie und Warum bringt Lea Harmening, Sustainability Coordinator, auf den Punkt: \u201eIn jede Verbesserung k\u00f6nnen wir Nachhaltigkeitsaspekte einflie\u00dfen lassen. Dabei arbeiten wir mit allen Standorten zusammen, um Schritt f\u00fcr Schritt die CO2-Emissionen zu reduzieren und letztlich die von FST angestrebte CO2-Neutralit\u00e4t zu erreichen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Harmening ist eine von f\u00fcnf \u201eSustainability\u201c-Koordinatoren, die sich bei FST \u00fcbergreifend Nachhaltigkeitsaufgaben widmen. Das Team k\u00fcmmert sich dabei auch um neue \u00adStandorte, und zwar schon lange bevor dort die ersten Fundamente ausgehoben werden. Aktuell gilt dies f\u00fcr Morinda im Norden Indiens. Hier plant Freudenberg-NOK India (FNI)&nbsp;\u2013 ein Joint \u00adVenture mit dem japanischen Partner NOK&nbsp;\u2013 den Bau eines neuen Produktionswerks. Ende 2024 soll es in Betrieb gehen und die bisherigen Aktivit\u00e4ten in Basma ersetzen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-medium is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/sw.fst.com\/magazine\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/20_18_shutterstock_707732203_4c-800x633.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6422\" width=\"400\" height=\"317\" srcset=\"https:\/\/sw.fst.com\/magazine\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/20_18_shutterstock_707732203_4c-800x633.jpg 800w, https:\/\/sw.fst.com\/magazine\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/20_18_shutterstock_707732203_4c-1160x918.jpg 1160w, https:\/\/sw.fst.com\/magazine\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/20_18_shutterstock_707732203_4c-1536x1215.jpg 1536w, https:\/\/sw.fst.com\/magazine\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/20_18_shutterstock_707732203_4c-120x95.jpg 120w, https:\/\/sw.fst.com\/magazine\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/20_18_shutterstock_707732203_4c-90x71.jpg 90w, https:\/\/sw.fst.com\/magazine\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/20_18_shutterstock_707732203_4c-320x253.jpg 320w, https:\/\/sw.fst.com\/magazine\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/20_18_shutterstock_707732203_4c-560x443.jpg 560w, https:\/\/sw.fst.com\/magazine\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/20_18_shutterstock_707732203_4c.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<h2 id=\"photovoltaik-auf-dem-dach\" class=\"wp-block-heading\">Photovoltaik auf dem Dach<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">FNI kann in dem Bauprojekt von einem guten Beispiel im eigenen Land lernen. Erst vor wenigen Jahren hat das Unternehmen ein neues Werk in Chennai, dem Zentrum der indischen Fahrzeugindustrie, er\u00f6ffnet&nbsp;\u2013 und schon dort Ma\u00dfst\u00e4be in puncto Nachhaltigkeit gesetzt. Beispielsweise erzeugt der Standort mit einer eigenen 1.000-Kilowatt-Photovoltaik (PV)-Anlage eigenst\u00e4ndig Gr\u00fcnstrom. Keine andere Anlage in der Freudenberg-Welt ist so ergiebig und deckt bis zu 30 Prozent des lokal ben\u00f6tigten Strombedarfs. Kein Wunder: In Chennai scheint die Sonne mehr als 3.300&nbsp;Stunden pro Jahr.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dementsprechend hoch sind auch die Au\u00dfentemperaturen im tropisch feuchten Klima. Mehr als 40 Grad Celsius sind keine Seltenheit. Um angesichts dessen die Arbeitsbedingungen f\u00fcr die Mitarbeitenden ertr\u00e4glich zu gestalten, ist das Geb\u00e4ude in Chennai voll isoliert und klimatisiert. \u201eDie K\u00fchlung ist der gr\u00f6\u00dfte Verbraucher der PV-Anlage\u201c, erkl\u00e4rt Karl Ludwig Stein, Sustainability Coordinator. Auch dabei setzt der Standort auf Effizienz durch Energier\u00fcckgewinnung: Die Abluft aus dem Geb\u00e4ude wird genutzt, um die hei\u00dfe Frischluft vorab zu k\u00fchlen. Ein weiteres \u00f6kologisches Highlight in Chennai ist die werkeigene Kl\u00e4ranlage, die das gesamte Abwasser reinigt und nahezu komplett wieder ins Netz einspeist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diesen in Chennai eingeschlagenen Weg wird FNI in Morinda fortsetzen. Dort, im Norden Indiens unweit des Himalaya-Gebirges, sind die klimatischen Gegebenheiten g\u00fcnstiger; zumindest nachts sinken die Temperaturen, was den K\u00fchl- und Energiebedarf insgesamt verringert. Eine Photovoltaik-Anlage auf der gesamten zur Verf\u00fcgung stehenden Dachfl\u00e4che, eine Geb\u00e4udevollisolierung und eine Hallenk\u00fchlung werden auch am neuen Standort zum Standard geh\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1160\" height=\"662\" src=\"https:\/\/sw.fst.com\/magazine\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/21_18_chennai_DJI_0064_4c-1160x662.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6427\" srcset=\"https:\/\/sw.fst.com\/magazine\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/21_18_chennai_DJI_0064_4c-1160x662.jpg 1160w, https:\/\/sw.fst.com\/magazine\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/21_18_chennai_DJI_0064_4c-800x456.jpg 800w, https:\/\/sw.fst.com\/magazine\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/21_18_chennai_DJI_0064_4c-1536x876.jpg 1536w, https:\/\/sw.fst.com\/magazine\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/21_18_chennai_DJI_0064_4c-120x68.jpg 120w, https:\/\/sw.fst.com\/magazine\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/21_18_chennai_DJI_0064_4c-90x51.jpg 90w, https:\/\/sw.fst.com\/magazine\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/21_18_chennai_DJI_0064_4c-320x183.jpg 320w, https:\/\/sw.fst.com\/magazine\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/21_18_chennai_DJI_0064_4c-560x319.jpg 560w, https:\/\/sw.fst.com\/magazine\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/21_18_chennai_DJI_0064_4c.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 1160px) 100vw, 1160px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Der Standort in Chennai erzeugt mit einer eigenen 1.000-Kilowatt-Photovoltaik (PV)-Anlage eigenst\u00e4ndig Gr\u00fcnstrom und deckt damit bis zu 30 Prozent des lokal ben\u00f6tigten Strombedarfs.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 id=\"energiemonitoring-fuer-transparenz-und-effizienz\" class=\"wp-block-heading\">Energiemonitoring f\u00fcr Transparenz und \u00adEffizienz<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei Neubauten von FST ist ein l\u00fcckenloses Energiemonitoring Standard. So auch in \u00adMorinda. Das schafft Transparenz in mehrfachem Sinne. Zum einen wird sofort erkannt, wenn Strom-, Wasser- oder Druckluftverbr\u00e4uche aus dem Ruder laufen. Worauf ist eine zu hohe Grundlast am Wochenende oder in der Nacht zur\u00fcckzuf\u00fchren? Wie lassen sich Lastspitzen vermeiden? Das Monitoring liefert die Daten, um M\u00f6glichkeiten f\u00fcr die Optimierung von Prozessen zu identifizieren. So lassen sich Prozessoptimierungen im Sinne der Energieeffizienz einleiten. Gleichzeitig erm\u00f6glichen es diese Daten, den Kunden k\u00fcnftig Auskunft zu geben, beispielsweise zum CO2-Aussto\u00df pro Teil. \u201eSolche Anfragen nehmen in letzter Zeit rasant zu, nicht nur aus der Automobilindustrie\u201c, sagt Harmening.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zwei technische Glanzpunkte betreffen das Heizen der Phosphatieranlagen sowie die Abluftreinigung f\u00fcr Beschichtungen in \u00adMorinda. \u201eAufgrund ihres hohen Wirkungsgrads ist es deutlich effizienter, W\u00e4rme elektrisch mittels einer W\u00e4rmepumpe anstatt mit fossilen Brennstoffen zu erzeugen\u201c, erkl\u00e4rt Stefan Wernz, Sustainability Coordinator. Darauf setzen zum Beispiel auch immer mehr Eigenheimbesitzer bei sich zu Hause. Mit einer einfachen W\u00e4rmepumpe ist es in einem industriellen Prozess mit hohem Temperaturbedarf von 95 Grad Celsius wie dem Phosphatieren allerdings nicht getan. Um diese Anlagen in dem neuen Werk zu heizen, ist&nbsp;\u2013 erstmals bei FST&nbsp;\u2013 der Einsatz von Hochtemperatur-W\u00e4rmepumpen geplant. \u201eWir nutzen dabei die Abw\u00e4rme der Klimaanlagen, um die W\u00e4rmepumpen zu speisen\u201c, f\u00fchrt Wernz aus.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"mikroorganismen-als-abluftreiniger\" class=\"wp-block-heading\">Mikroorganismen als \u00adAbluftreiniger<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ebenfalls energieeffizient und \u00f6kologisch sinnvoll ist die biologische Abluftreinigung der Beschichtungsprozesse. Stein erkl\u00e4rt auch f\u00fcr Laien anschaulich, wie dies bei FST bereits an den Standorten Kufstein und \u00adReichelsheim sowie bald auch in Parets del Vall\u00e8s funktioniert: \u201eDie Abluft wird quasi durch einen Komposthaufen geblasen. Die Mikroorganismen darin verrichten die Reinigungsarbeit und verstoffwechseln die Kohlenwasserstoffe der L\u00f6semittel in Wasser und CO2. So braucht man kein zus\u00e4tzliches Heizmedium, muss also zur Abluftreinigung kein Gas verbrennen.\u201c Alternativ dazu&nbsp;\u2013 die Entscheidung steht noch aus&nbsp;\u2013 k\u00f6nnte in Morinda ein Nassw\u00e4scher zum Einsatz kommen, bei dem Wasser die L\u00f6semittel und andere Schadstoffe aufnimmt. Dieses Abwasser w\u00fcrde dann in der werkseigenen Kl\u00e4ranlage gereinigt&nbsp;\u2013 biologisch, versteht sich. Das Kapitel der herk\u00f6mmlichen regenerativen Nachverbrennung (RTO, Regenerative Thermal Oxidation) der Abluft will FST mittelfristig an allen seinen Standorten schlie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aufgrund der zeitlichen und lokalen Gegebenheiten l\u00e4sst sich ein anderes \u00f6kologisches Verfahren in Morinda nicht mehr umsetzen: Erdk\u00fchlung. Im Gegensatz zur Geothermie wird dabei die \u201eErdw\u00e4rme\u201c&nbsp;\u2013 beziehungsweise die frischen Temperaturen im Boden&nbsp;\u2013 nicht zum Heizen, sondern zum K\u00fchlen von Anlagen und Prozessen genutzt. FST setzt auf diese Technologie an seinem US-amerikanischen Standort in Necedah, Wisconsin.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eUnser Eindruck von unseren Besuchen vor Ort ist: In Indien sind die Motivation und das Engagement f\u00fcr energieeffiziente nachhaltige L\u00f6sungen sehr hoch\u201c, berichten Stein und Wernz unisono. Ihre Kollegin Harmening best\u00e4tigt dies. Sie hat in einer Online-Schulung mit einem breiten Kreis an Teilnehmenden aus Indien das Nachhaltigkeitskonzept von Freudenberg er\u00f6rtert und Energieeinsparpotenziale besprochen. \u201eDie Mitarbeitenden in Indien sind proaktiv dabei, wenn es darum geht, die Riesenaufgabe der CO2-Neutralit\u00e4t zu managen\u201c, sagt sie. Mit Mallik Santosh Kumar, Head of Lean\/GROWTTH in Indien, hat sie sich zudem schon pers\u00f6nlich in Weinheim ausgetauscht und eine gute Arbeits- und Vertrauensbasis geschaffen.<\/p>\n<div class=\"pld-like-dislike-wrap pld-template-1\">\r\n    <div class=\"pld-like-wrap  pld-common-wrap\">\r\n    <a href=\"javascript:void(0)\" class=\"pld-like-trigger pld-like-dislike-trigger  \" title=\"\" data-post-id=\"6416\" data-trigger-type=\"like\" data-restriction=\"ip\" data-already-liked=\"0\">\r\n                        <i class=\"fas fa-thumbs-up\"><\/i>\r\n                <\/a>\r\n    <span class=\"pld-like-count-wrap pld-count-wrap\">    <\/span>\r\n<\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Freudenberg-NOK India baut ein neues Werk im Norden Indiens. In den Planungen spielen Nachhaltigkeit und Energieeffizienz eine zentrale Rolle. Das Werk in Chennai liefert dabei Anschauungsunterricht. 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