{"id":5008,"date":"2022-09-07T10:20:00","date_gmt":"2022-09-07T08:20:00","guid":{"rendered":"https:\/\/sw.fst.com\/magazine\/?p=5008"},"modified":"2022-09-12T16:15:09","modified_gmt":"2022-09-12T14:15:09","slug":"maschinen-die-sich-selbst-organisieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sw.fst.com\/magazine\/de\/2022\/09\/maschinen-die-sich-selbst-organisieren\/","title":{"rendered":"Maschinen, die sich selbst organisieren"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schlagworte wie Internet der Dinge, Industrie 4.0, Fabrik 4.0, Smart Factory, Connected Factory schwirren durch vielerlei Digitalisierungs-Diskussionen. Mehr oder weniger umschreiben sie alle die Vision einer Produktion, in der Maschinen ohne menschliche Eingriffe weitgehend eigenst\u00e4ndig zusammenarbeiten und sich selbst organisieren. Wie weit ist Freudenberg Sealing Technologies (FST) auf diesem Weg?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Charge eines Produkts ist fertig produziert und die Werkerin fordert per Knopfdruck einen Transportroboter an, der die Teile autonom von der Maschine ins Lager transportiert. Solche Szenarien sind bei FST vielerorts bereits Realit\u00e4t. Die Mitarbeitenden werden so von unproduktiven Transportaufgaben entlastet und k\u00f6nnen sich auf wertsch\u00f6pfende T\u00e4tigkeiten an der Maschine konzentrieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Noch \u201esmarter\u201c ist es, wenn die Maschine den Transportroboter v\u00f6llig eigenst\u00e4ndig anfordert, und zwar schon rechtzeitig, bevor sie mit der Charge fertig ist. Dann steht der Roboter p\u00fcnktlich genau zum richtigen Zeitpunkt parat, so dass keine Wartezeiten ungenutzt verstreichen oder Verz\u00f6gerungen entstehen. F\u00fcr Mitarbeitende \u00e4hnlich hilfreich sind auch Vision-Control-Systeme, die mittels Bilderkennung fehlerhafte Teile aussortieren, damit sie bei einer manuellen Endkontrolle erst gar nicht mehr begutachtet werden m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eDas mit der Digitalisierung von Produktionsprozessen verbundene Potenzial ist riesig. Die Frage stellt sich nicht, ob wir das machen. Es geht nur darum, wann wir was wie schnell angehen. Ansonsten geraten wir ins Hintertreffen\u201c, urteilt Oliver M\u00fcller, VP Digital Systems for Product Engineering and Manufacturing\/CPIM. Gro\u00dfen Wert legt er darauf, dass sich die wachsende, 2021 gebildete \u201eConnected Factory Community\u201c bei FST aus Mitarbeitenden vieler Fachbereiche multidisziplin\u00e4r zusammensetzt. \u201eDas Kapital f\u00fcr Digitalisierung sind neben Geld und Technik die Ideen der Mitarbeitenden. Dabei spielt es keine Rolle, ob jemand in der Produktion oder IT arbeitet. Digitalisierung macht Hierarchien und Silodenken obsolet\u201c, sagt M\u00fcller.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Weg zur Connected Factory ist weit und wird viele Jahre in Anspruch nehmen. Diese Mammutaufgabe untergliedert sich in Teilbereiche. So m\u00fcssen Maschinen zun\u00e4chst \u201eangezapft\u201c werden, damit Daten flie\u00dfen. Nicht nur an den Maschinen, sondern auch in den Werkhallen k\u00f6nnen Sensoren Prozessdaten erfassen, zum Beispiel Umgebungstemperaturen. Sind diese zu hoch, k\u00f6nnte eine Mischung schon vor der Vulkanisation beginnen auszuh\u00e4rten.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"das-rohoel-veredeln\" class=\"wp-block-heading\">Das \u201eRoh\u00f6l\u201c veredeln<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der n\u00e4chsten Stufe, dem sogenannten Shop Floor Management, werden die gewonnenen Daten mit den IT-Systemen verkn\u00fcpft. \u201eWir gewinnen mit den Daten sozusagen zun\u00e4chst das Roh\u00f6l. Damit sind wir bei FST schon recht weit und haben seit l\u00e4ngerer Zeit einiges daf\u00fcr getan. Es stellt sich die Frage, zu was wir dieses Roh\u00f6l weiter veredeln\u201c, veranschaulicht M\u00fcller. Denn: \u201eDigitalisierung ben\u00f6tigt&nbsp;\u2013 wie alle anderen gesch\u00e4ftlichen Aktivit\u00e4ten&nbsp;\u2013 Sinn, Ziele und eine Begr\u00fcndung der Vorteile, die durch sie zu erzielen sind.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Kern geht es darum, die aus unz\u00e4hligen Quellen gewonnenen Daten zusammenzuf\u00fchren, sie miteinander in Beziehung zu setzen und mit Hilfe von Simulationen und Algorithmen verwertbare Erkenntnisse aus ihnen zu gewinnen. Der Weg f\u00fchrt dabei von der Maschine bis in die Cloud. Apropos Cloud: FST hat eine Internet-of-Things (IoT)-Plattform eingerichtet, in der Prozessdaten von Maschinen und Sensordaten zusammenlaufen und miteinander versponnen werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Leuchtturm im Shop Floor Management ist die Produktionsdatenerfassung mittels MSCADA. Schon knapp 20 FST-Produktionsbereiche sehen mit diesem Programm in Echtzeit, wie ihre Produktion gerade l\u00e4uft. Anhand der Daten aus den Produktionsprozessen, des \u201eRoh\u00f6ls\u201c, lassen sich Prozessver\u00e4nderungen schnell erkennen. Daraus k\u00f6nnen unmittelbar Ma\u00dfnahmen und Verbesserungen abgeleitet werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die \u201eVeredelung\u201c der Daten kann in Optimierungen des eigenen Produktionsprozesses m\u00fcnden, zum Beispiel in Empfehlungen an die Mitarbeitenden, Maschineneinstellungen zu ver\u00e4ndern. Oder sie dient einer&nbsp;\u2013 vorausschauenden&nbsp;\u2013 Wartung und Instandhaltung des Maschinenparks. Aus den Daten k\u00f6nnen aber auch neue Gesch\u00e4ftsmodelle und konkrete Mehrwerte f\u00fcr die Kunden entstehen. So lassen sich beispielsweise Lieferzeiten und -termine pr\u00e4zise errechnen. Die Daten erm\u00f6glichen zudem, den Fertigungsprozess exakt zu dokumentieren und zur\u00fcckzuverfolgen. Das erwarten Kunden in vielen Branchen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch Mixed-Reality- beziehungsweise HoloLens-Brillen bew\u00e4hren sich bei FST bereits in der Praxis. Sie erm\u00f6glichen, interaktive drei\u00addimensionale Projektionen in einer realen Umgebung darzustellen. Die Benutzenden k\u00f6nnen die virtuellen Hologramme freih\u00e4ndig steuern und im physisch existierenden Sichtfeld platzieren. Mit den kabellosen holografischen Ger\u00e4ten k\u00f6nnen sich Mitarbeitende standortunabh\u00e4ngig miteinander vernetzen. Das gleiche Bild vor Augen, k\u00f6nnen sie sich austauschen, schulen, beraten oder anleiten. Maschinenf\u00fchrer k\u00f6nnen bei ihrer Arbeit mit Hilfe dieser Technik auch live mit Maschinendaten versorgt werden oder sich die Entwicklungen einzelner Prozessparameter wie Temperatur oder Druck grafisch darstellen lassen&nbsp;\u2013 die richtige Information zum richtigen Zeitpunkt. Das zeigt: Die Connected Factory vernetzt nicht nur Maschinen, sondern auch diejenigen, die mit ihnen arbeiten.<\/p>\n<div class=\"pld-like-dislike-wrap pld-template-1\">\r\n    <div class=\"pld-like-wrap  pld-common-wrap\">\r\n    <a href=\"javascript:void(0)\" class=\"pld-like-trigger pld-like-dislike-trigger  \" title=\"\" data-post-id=\"5008\" data-trigger-type=\"like\" data-restriction=\"ip\" data-already-liked=\"0\">\r\n                        <i class=\"fas fa-thumbs-up\"><\/i>\r\n                <\/a>\r\n    <span class=\"pld-like-count-wrap pld-count-wrap\">    <\/span>\r\n<\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schlagworte wie Internet der Dinge, Industrie 4.0, Fabrik 4.0, Smart Factory, Connected Factory schwirren durch vielerlei Digitalisierungs-Diskussionen. 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